Out of Office

Der Status Quo

Ich bin genervt. Genervt und enttäuscht. Von diesem Blog und Social Media. Ich habe das Gefühl festzustecken und weder vor noch zurück zu können. Ich hatte Ziele, was ich mit diesem Blog erreichen will, wo ich damit hin will. Aber wie das so ist, kommt dann das Leben dazwischen.
Auf absehbare Zeit sehe ich nicht, dass ich weniger Stunden im Job nehmen kann. Aber genau die Zeit bräuchte ich um die Projekte umzusetzten, die ich mir vorgenommen hab. So aber dümpelt das alles nur so vor sich hin. Der Blog wächst nicht mehr und auch bei Instagram häng ich irgendwie fest.

Und das alles stresst mich. Wirklich sehr.

Die Schuldigen

Ich könnte jetzt auf den Instagram-Algorithmus schimpfen oder darauf, dass sich die großen Blogger und Influencer immer nur gegenseitig markieren und sich ihre Follower hin- und herschicken. Aber das habe ich bereits hinter mir. Glaubt mir, darüber hab ich mich bei meinem Partner genug ausgekotzt.

Die Wahrheit ist aber auch, dass es meine eigene Schuld ist. Ich hab mich nicht getraut und wollte auch nie wirklich mein Leben voll und ganz teilen. Ich hab mich nie getraut den YouTube-Kanal auszubauen. Nie getraut mein Gesicht komplett mit diesem Blog und Instagram zu verbinden.
Und das ist etwas, dass das World Wide Web nicht gerne sieht. Das nimmt einem die ach so wichtige „Authentizität“. Obwohl es einfach auch dem Schutz meiner Privatsphäre dient und so beabsichtigt war. Aber es rächt sich.

Und da ist dann auch der Zwiespalt in mir: ich möchte das auch gar nicht. Ich möchte nicht alles teilen, alles teilen müssen nur um als authentisch zu gelten. Ich möchte nicht jeden Moment dokumentieren.
Ich halte das blöde Telefon eh schon genug ins Gesicht meiner Tochter, wenn ich mal wieder einen Moment für die Ewigkeit konserviere möchte.
Dann will ich nicht auch noch beim Essen oder bei einem der seltenen Dates mit meinem Partner das Handy rausholen um das Essen für eine IG-Story festzuhalten.

Dieses Blog-Ding also auszubauen und davon dann teilweise den Lebensunterhalt (in Teilzeit!) zu bestreiten würde sich also genrell als schwierig gestalten. Einfach auch, weil ich zu keiner „Gang“ wirklich dazugehöre. Weder zu den Fashionbloggern, die Mode so schnell konsumieren wie ein Süchtiger seine Drogen, noch zu den Sustianable-Mädchen-von-Nebenan-Bloggern, weil ich dazu zu sehr meinen Fokus auf Mode gelegt hab – und viel zu wenig Ahnung/Erfahrung mit Nachhaltigkeit habe.

In meinem Kopf war der Blog dann eh nur der Puffer, der mir Zeit verschaffen sollte für ein paar Projekte, die ich wirklich gern umsetzten wollte. Denn ganz tief in mir fände ich es doch ein bisschen oberflächlich über Mode zu bloggen und damit Geld zu verdienen. Selbst wenn man mit der Capsule Wardrobe die Mode so umweltfreundlich wie möglich konsumiert und auch ich momentan wegen des Second-Hand-Shopping noch einen Gang zugelegt hab. Selbst dann finde ich, dass es ein oberflächliches Thema ist, das nicht gerade die Welt verändert. Dem Spruch: Erst sich selbst und dann die Welt zu retten – kann ich dann doch nicht so viel abgewinnen, wie ich gedacht hab.

Das Fazit

Und dann frag ich mich: was will ich mit diesem Blog dann eigentlich erreichen? Denn dass ich kein Geld damit mache, dass meine Reichweite nicht mehr wächst, dass ich darin nichts weiter als ein Hobby sehe. Das alles wäre absolut ok, wenn es mir noch Spaß bringe würde. Nicht alle Dinge müssen eine tieferen Sinn haben im Leben. Das gilt gerade für Hobbys, aber Spaß müssen diese dann schon machen.
Und gerade stresst mich der Blog und vor allem Instagram zu sehr.

Und wie ihr hier lesen könnt gibt es auch ein paar Dinge zu verarbeiten, abzuhaken, neu zu überdenken. Daher nehme ich mir den Dezember erstmal frei- vom Blog und Social Media. Und lösche für die Zeit auch Instagram.
Um für mich nochal neu zu hinterfragen: bin das noch ich? Macht das alles noch Sinn? Wie will ich das Ganze weiterführen?

Menschen verändern sich. Die nächste Capsule Wardrobe ist die 16. Capsule Wardrobe. Vielleicht ist  es nach 4 Jahren Zeit für was Neues oder einfach Zeit es irgendwie anders anzugehen oder auch einfach nur Zeit für eine Pause. Ich weiß es nicht.

8 thoughts on “Out of Office

  1. Liebe Anne,

    ich kann sich so gut verstehen! Die Dinge, die du angesprochen hast, halten mich davon ab einen Blog zu schreiben, obwohl ich Lust hätte einen zum Thema Nachhaltigkeit ins Leben zu rufen. Wie dem auch sei, dein Blog und dein IG-Account haben mich sehr inspiriert und es tut mir leid zu hören, dass dich das alles so gestresst hat. Ich wünsche dir eine schöne Pause und hoffe, dass du im neuen Jahr zurück kommst.

    Alles Liebe,
    Sanne

    1. Hi Sanne,
      ich denke wenn du Lust drauf hast solltest du es trotzdem tun! Ich hab mich auch ewig nicht getraut. Aber auch wenn mein Beitrag hier jetzt nicht der positivste ist: die letzten 4 Jahre haben mir auch unheimlich viel Spaß gebracht!!!!

      Momentan ist es einfach nur schwierig für mich die richtige Balance zu finden: Job, Mama-Sein und der Blog. Dazu Social Media wo man ständig am Ball bleiben muss.

      Aber wenn du Lust dazu hast, rate ich dir: mach es! Es ist ein tolles Hobby, das einem ganz ganz viel beibringt und auch wirklich viel zurückgibt.
      Denk nicht drüber nach: mach einfach und auch einfach so wie du willst!!! Und schreib mir dann deinen Link!

      Lg Anne

  2. Hallo ich verstehe dich und finde es gut. Wünsche dir eine schöne Weihnachtszeit und vor allem Zeit um wieder deinen weg oder auch einen neuen zu finden. Ganz liebe Grüße Christine 🎄

  3. Hallo Anne, ich wünsche Dir alles Gute für die Zukunft und möchte mich für die schönen Outfit Inspirationen und Beiträge bedanken. Ich werde Deinen Blog vermissen….Schöne Adventszeit LG Anja

  4. Liebe Anne, wie auch immer deine Entscheidung hinsichtlich des Blogs ausfällt, ich danke Dir jedenfalls für diese tollen vier Jahre! Ich konnte viel daraus mitnehmen und habe Deine klaren, gut strukturierten Beiträge und Bilder immer sehr geschätzt. Ganz ehrlich, mir gefällt auch Dein Blog, eben weil er sich so schön entspannt von diesen vielen anderen großen Blogs abhebt: ein wohldurchdachtes Kleidungs-Sortiment, mit dem Du immer wieder zeigst, wie praktikabel und vielseitig dieses „weniger ist mehr“ sein kann. Aber ich verstehe Deine momentanen Gedanken und glaube gerne, wie schwierig dieser Blog mit Deiner aktuellen Situation zu vereinbaren ist.
    In diesem Sinne wünsche Dir und Deiner Familie jetzt ganz, ganz herzlich schöne weihnachtliche Wochen!! Und vielleicht gibt es ja ein Wiedersehen im neuen Jahr, wäre natürlich schön.
    Liebe Grüße
    Hasi

  5. Liebe Anne,

    ich lese deinen Blog nach wie vor regelmäßig, weil er so normal ist. Ich war noch nie auf Instagram, da fehlt mir auch nichts. Ich finde deine Beiträge gut formuliert (das habe ich hier schonmal geschrieben) und allein das halte ich für eine Wohltat in all diesen fix getippten Zeilen.

    Ich kenne den Frust auch, wenn man glaubt, nicht alles richtig und ordentlich machen zu können als Mutter. Viel Zeit ist mit einem Kind einfach schon vertan und es bleibt wenig übrig, um in Ruhe nachzudenken. So geht es mir.

    Mach eine Pause, genieße den Advent und das Jahresende! Vielleicht kommt dir eine neue Idee. Ich freue mich, wenn es hier immer mal etwas neues zu lesen gibt, aber ich brauche kein großes Social Media Feuerwerk. Ich finde deine Entscheidung richtig, keinen Youtube-Kanal zu unterhalten, wenn es nicht dein Ding ist. Ich lebe auch lieber privat und ich möchte eigentlich auch nicht immer alles wissen, was Youtuber mir zeigen, wenn ihnen der thematische Content ausgeht.

    Du machst alles richtig. Sei stolz auf das, was du bisher hier gemacht hast! Deine Schritt für Schritt Anleitung hängt ausgedruckt in meinem Kleiderschrank und wird immer wieder konsultiert. Danke dafür!

    Liebe Grüße und eine schöne Zeit

    –Susann

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