Die Geburt meiner kleinen Tochter – Geburtsvorbereitung und positiver Geburtsbericht

Ich habe auf anderen Blogs wie AndeeLayne und BarefootBlonde vor vielen Jahren mit Spannung die Geburtsberichte gelesen. Deshalb und weil ich es auch für mich konservieren möchte, habe ich mich entschlossen meine Geschichte mit euch zu teilen. Außerdem war meine Geburt wirklich traumhaft schön und so kann ich eventuell einigen Frauen die Angst vor diesem Ereignis nehmen.
Wem das „too much information“ ist, der klicke bitte nicht auf weiterlesen!


Drei Wochen ist es her, dass ich meiner kleinen Tochter das erste Mal ins Gesicht sehen konnte. Die Worte der Hebamme: „Wenn sie jetzt unter sich greifen, können Sie ihre Tochter hochnehmen“ werde ich wohl nie vergessen. Genauso wie meine Gedanken: Wie zur Hölle fasse ich so ein kleines Wesen nur an?

Da war es 04:09 Uhr an einem Donnerstag Morgen im Dezember. Los ging aber alles 5 Stunden früher zu Hause. Wo mein Freund gerade Super Mario World auf der neuen Super Nintendo zockte. Als ich von der Couch aufstand spürte ich irgendwas in mir aufploppen; Blasensprung.
Die Menge an Fruchtwasser, die man dabei so verliert hat mich doch überrascht. Ich hatte mit weniger gerechnet, allerdings hatte ich auch überduchschnittlich viel Fruchtwasser.

Während um mich herum ein bisschen Panik und das Gewusel des Zusammenpackens ausbrach, war ich voller Vorfreude und zitterte im Auto vor Aufregung.

Im Krankenhaus

Im Krankenhaus checkten wir ein, dann folgte ein CTG, legen eines Zugangs, Ultraschall und ab aufs Zimmer. Warten bis entweder Wehen einsetzen sollten oder noch bis 6 Uhr früh schlafen, dann würden langsam Wehen eingeleitet werden.
Mein Freund schlief dann von ca. 24 Uhr bis 1 Uhr. Ich hörte mir die Einschlaf-Meditationen von der 7Mind App an und diese Meditation, die ich schon während der Schwangerschaft immer angehört hatte.

Bald spürte ich die Wehen, für die das Wort Kontraktionen wirklich passend ist. Am Anfang konnte ich die im Liegen noch gut aushalten. Gegen 1 Uhr musste ich mich aber aufrecht hinsetzten und schon bewusst atmen, das war auch der Zeitpunkt zu dem mein Freund wieder aufwachte. Auch kreisende Hüften und in die Hocke gehen halfen sehr gut gegen die Wehen. Ich wollte nun unbedingt die Kontraktionen messen; sie kamen zwar regelmäßig so ca. alle 5 Minuten dauerten aber nicht lange an. So ca. 40 bis 50 Sekunden, manche auch noch kürzer, daher dachte ich dass wir noch einen langen Weg vor uns hätten.

Als die Wehen dann alle 2 Minuten kamen und ich sie nur aushalte konnte, wenn mein Freund mir eine Massage im unteren Rücken gab, wollte ich gerne in die Badewanne. Sonst bräuchte ich vielleicht doch bald Schmerzmittel, meinte ich zu meinem Freund. Da war es ca. 2 Uhr morgens.

Kreißsaal

Auf dem Weg zum Kreißsaal (also ca. 10m) erwischten mich gleich 2 Wehen. Die Hebamme wollte natürlich erstmal ein CTG machen, hinlegen konnte ich mich aber nicht mehr. Im sitzen fand sie den Herzschlag des Kindes allerdings nicht. Also versuchte ich mich hinzulegen, beim Anflug der Wehe sprang ich sofort in den Vierfüßler-Stand und dachte das einzige Mal: „Das ist die Hölle“, gleichzeitig überkam mich das Gefühl pressen zu müssen.

Die Hebamme untersuchte mich dann während einer Wehe und meinte, dass es tatsächlich schon soweit ist und ich in den nächsten 1-2 Stunden meine Kleine im Arm halten würde.

Sie klappte mir das Bett im Kreißsaal so auf, dass ich aufrecht knien konnte und mich am oberen Bettrand festkrallen konnte. Die Presswehen kamen regelmäßig und ich versuchte sie einfach geschehen zu lassen. Die Phase war tatsächlich körperlich am anstrengensten, in den Wehenpausen versorgte mein Freund mich immer wieder mit Wasser und einem kalten Lappen im Nacken. Auch die Hebamme half mir extrem indem sie mir sagte, ich solle keine Angst vorm Austritt des Köpfchens haben. Einfach loslassen. Mitpressen.

Und dann war SIE da!


Ich bin fest davon überzeugt, dass ich eine solch tolle Geburt ohne Verletzungen (trotz 36 cm Kopfumfang!) habe erleben dürfen, weil ich mich aktiv darauf vorbereitet habe. Was nicht bedeutet, dass manchmal trotz aller Vorbereitung auch Dinge schiefgehen können…ein bisschen Glück gehört halt auch dazu! Wir hatten danach das Pech, dass unsere Kleine krank wurde und auf die Intensivstation musste. So ist das im Leben.

Und dennoch: Wer meinen Blogroll ein bisschen studiert hat, der ahnt vielleicht dass ich Meditationen, Achtsamkeit und anderen Themen in diesem Bereich nicht abgeneigt bin. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass ich mich sehr bewusst und positiv auf das Ereignis Geburt vorbereitet habe.

Meine Vorbereitung im Einzelnen:

  • Das Buch „Das Geheimnis einer schönen Geburt von der Hebamme Jana Friedrich – wirklich ein tolles Buch, das aufklärt, beruhigt und gut vorbereitet. Mein Lieblingsmantra unter der Geburt aus dem Buch? „Die Pausen sind länger als die Wehen“
  • Diese geführte Entspannungsmeditation – Dabei bin ich in der Schwangerschaft regelmäßig eingeschlafen. Generell ist der YouTube Kanal  für Schwangere, die gerne mehr über Hypnobirthing wissen möchten empfehlenswert
  • Und auch die Affirmationen fand ich super
  • Mein absoluter Favorit um sich gegen Geburtsverletzungen zu schützen? Der EPINO Delphine!!!! – empfohlen im Geburtsvorbereitungskurs hielt ich es erst für Unsinn, aber auch die Amazon Bewertungen haben mich überzeugt es einfach mal auszuprobieren. Und ich hatte wie gesagt keinen Kratzer! Ein ausführlicher Bericht darüber folgt noch.

5 thoughts on “Die Geburt meiner kleinen Tochter – Geburtsvorbereitung und positiver Geburtsbericht

  1. Hallo Anne, deinen Geburtsbericht finde ich toll. So ähnlich war es bei mir auch, die Fruchtblase ist geplatzt und dann ging es ins Krankenhaus und dann ist alles sehr schnell gegangen und unkompliziert. Ca 2 Stunden später war mein Sohn da. Ich habe mir vorher nicht viel Gedanken gemacht, einfach weitergemacht wie vorher…es war eine schöne Schwangerschaftszeit….werde ich nie vergessen
    Du hattest auf deinen blog irgendwann mal einen Reise trolley und einen Rucksack empfohlen, kannst Du mir bitte schreiben unter welcher Kategorie oder Monat ich das wieder finde…Wäre super Danke und liebe Grüße Anja

    1. Danke Anja für deinen Kommentar! Schön, dass es bei dir auch so eine Tolle Schwangerschaft und Geburt war. Ich fand die Zeit auch wirklich wunderschön. Es gibt nichts schlimmres als Frauen die Schwangeren Horror-Stories von der Geburt erzählen…ich hatte sogar eine Hebamme, die mir sagte sie dachte sie würde sterben bei der Geburt ihres Kindes…
      Den Post über den Rucksack hab ich tatsächlich glaub ich rausgenommen, aber der Rucksack war der hier: Tatonka Kofferrucksack ;)

  2. Ich krieg immer gleich Püppi in die Augen, wenn ich Geburtsberichte lese. Wunderschön! Bewahre dir das für die unbequemen Momente mit deiner Tochter, dann wirst du sie immer nah am Herzen haben.

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